Ausflug des DOC (Dehnstags-Ovents-Club)

Ferienzeit gleich Zeit für die Grundreinigung in der Turnhalle der Gesamtschule Neunkirchen, d.h. es ist kein Hallensport möglich. Als Ersatz für unsere Turnerstunde wurde eine Brauhaustour nach Köln angesetzt.

Am letzten Dienstag machten sich 8 Sportkameraden mit Bus, Bahn und Straßenbahn auf den Weg. Als echter Neppeser Jung übernahm Josef Lukas die Brauhausführung. Unser erstes Ziel: „Em Goldene Kappes“ an der Neußer Straße in Köln-Nippes.

Der Name erinnert an die Kappes-(Kohl-)Felder, die früher diese Gegend prägten. Der goldene Kappes hängt zusammen mit dem sechszackigen Stern, dem traditionellen Symbol für die Brauerzunft, über dem Eingang. Eröffnet wurde die Gaststätte im Jahre 1913. Zur Eröffnung hatte der Wirt in einer Anzeige „um gütigen Zuspruch“ für seine Gaststätte gebeten und erhält sie noch heute. Seit 2009 wird hier Früh-Kölsch ausgeschenkt.

Weiter ging es zum Eigelstein durch die Eigelsteintorburg. Sie ist eines der vier noch erhaltenen von einst 12 mittelalterlichen Kölner Stadttoren. Ziel war das Brauhaus „Em Kölsche Boor“. Diese ehemalige Brauerei eröffnete 1760 und firmierte im Laufe der Zeit unter den Namen „Zum Elephanten“, „Zur Stadt Aachen“ und „Im Stavenhof“. Erst 1907 erhielt sie ihren heutigen Namen. Eigenes Bier wird seit 1907 nicht mehr gebraut, es wird vielmehr Gaffel-Kölsch ausgeschenkt, das bis 2009 in der nahe gelegenen Gaffel-Brauerei gebraut wurde.

Nach zwei drei Kölsch und einem deftigen kölschen Essen betraten wir nur 100 Meter weiter das „Weinhaus Vogel“, das seit 1898 Menschen aus dem Veedel sowie Durchreisende zum Verweilen einlädt. Es war proppenvoll, so dass wir nur ein Glas hauseigenes „Hopfenblut“ im Stehen zu uns nehmen konnten.

Es sollte eigentlich die letzte Gaststätte folgen, nämlich die „Schreckenskammer“ an der Sankt Ursulakirche. Hier das Gleiche wie im Weinhaus Vogel. Unsere Gruppe fand keinen Platz, weder an den Tischen noch an der Theke. So konnten wir an einem Dienstagabend noch nicht mal ein spezielles „Schreckenskammer-Kölsch“ probieren. Der Name des Brauhauses erklärt sich u.a. dadurch, dass Verurteilte auf dem Weg zur Richtstätte „Weckschnapp“ hierhin zur Henkersmahlzeit geführt wurden.

Fast hätte uns das gleiche Schicksal, wie in der Schreckenskammer, auch im „Gaffel am Dom“ ereilt. Alle Tische waren besetzt! Jedoch durch das freundliche Zusammenrücken einiger Gäste fanden wir schließlich Sitzplätze und konnten einen letzten Absacker genießen.

Danach fuhren wir mit dem ÖPNV wieder gut gelaunt zurück nach Neunkirchen.

Allen hat dieser Ersatz für die ausgefallene Sportstunde gefallen und es wurde schnell klar: Es gibt für uns noch manches Brauhaus in Köln zu entdecken. Und die nächste Grundreinigung kommt bestimmt.

Josef Lukas
für die DOC-Turnergruppe im Turnverein 1908 Neunkirchen e.V.