Über Rock n Roll

Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte sich in Amerika eine Jugend-Protestkultur die das Underdog-Dasein, Freiheit von bürgerlicher Moral und rastlose Mobilität zu ihren Idealen machte. Diese Bewegung identifizierte sich zuerst nicht durch die Musik, sondern durch Filme wie „The Wild One“ oder „… denn sie wissen nicht was sie tun“ von James Dean. Was nicht erwartet wird ist, dass sie sich auch durch Bücher wie „Catcher in the Rye“ identifizieren.

Der 12. April 1954 ist die Geburtsstunde für den Rock’n’Roll von heute. An jenem Tag wurde „Rock around the Clock“ von Bill Haley & the Comets aufgenommen. Neben Bill Haley gab es allerdings noch weitere Interpreten, welche den Siegeszug voran trieben. Es waren Talente wie Fats Domino, Jerry Lee Lewis, Peter Kraus, Ted Herold, Chuck Berry und Elvis Presley, das Idol der Jugend, welche Internationale Erfolge feierten und die Musik selber verbreiteten. Der Film „Die Saat der Gewalt“, in dem zwei Mal der besagte Titel gespielt wurde, brachte 1955 dann letztendlich den Weltweiten Durchbruch der Lebenseinstellung des Rock’n’Roll.

Der Tanz wie wir ihn heute kennen und lieben basiert auf dem Swing und Blues, welche in den 20er Jahren in Amerika entstanden. Die Blütezeit des „Way of Life ? Rock’n’Roll“ waren die 50er Jahre, in der er eine neue Modewelle brachte mit Röhrenhosen, Ringelsocken, Petticoats, pomadiger Entenschwanzfrisur, Schmalzlocke und Pferdeschwanz welche die Befreiung aus den zwängen des Alltags brachten und gegen das „Althergebrachte“ rebellierte. Es war der Lebensstil der Jugend und dementsprechend von den meisten Erwachsenen nicht anerkannt. Zu entdecken war er in Discotheken und einschlägigen Lokalen.

Nachdem sehr viele Leute den Tanz von Könnern, durch Abschauen oder Zeigenlassen, gelernt haben, fanden auch bald schon die ersten Turniere statt. Die erste Deutsche Meisterschaft fand 1956 in Berlin statt und es wurde der Jitterbug, eine Tanzart des Boogie-Woogie, und Rock’n’Roll getanzt. 1972 fand in München die erste Bayrische-Meisterschaft statt. Dies war der Start Schuss und ein reges Leben begann in den Rock’n’Roll Clubs.

Durch die Bildung von zwei konkurrierenden R’n’R- Verbänden in Deutschland, entwickelte sich der Tanz in seine heutige sportliche Richtung. 1983 schlossen sich die beiden Verbände zum Deutschen Rock’n’Roll- Verband zusammen. Knapp zwölf Jahre später schloss sich der Boogie Woogie Verband an und es bildete sich unser heutiger Dachverband der Deutsche Rock’n’Roll und Boogie-Woogie Verband e.V. (kurz: DRBV) zusammen. Der DRBV ist seit langem Mitglied im Deutschen Tanzsport Verband (DTV) und Deutschen Sportbund (DSB). Im Gegensatz zu damals, ist der Rock’n’Roll heute eine international anerkannte und respektierte Tanzart.

Durch die Festlegung und Vereinheitlichung von Schritten, Tanz- und Akrobatikfiguren, ist der Turnierbetrieb ohne Probleme möglich. Es wird im 4/4- Takt getanzt und in verschiedenen Breitensport und Turnierklassen unterschieden.

(Text: Benjamin Schmitz)